Start » ČD Gruppe » Projekte

Brodek u Přerova

Das Sanierungsprojekt „Beseitigung von Verunreinigungen einer ehemaligen Fabrik zur Imprägnierung von Holz auf dem Gelände des Betriebsteils der ČD a.s. Mostní obvod Brodek u Přerova“ hatte die Beseitigung von Umweltlasten zur Aufgabe, die durch die Aktivitäten einer ehemaligen Fabrik zur Imprägnierung von Holz vor deren Übernahme durch die Tschechoslowakischen Staatsbahnen entstanden. Ab Ende des 19. Jahrhunderts bis in die jüngere Vergangenheit waren hier diverse Unternehmen aktiv, die jedoch stets die gleiche Produktionsausrichtung aufwiesen. Die Orientierung auf die Produktion und die Imprägnierung von Holz hatte erst 1960 ein Ende, als das Gelände in das Eigentum der damaligen Tschechoslowakischen Staatsbahnen überging und deren Werk Mostní obvod Brodek u Přerova entstand. Seit die Tschechischen Bahnen (České dráhy, a.s. – nachfolgend nur ČD, a.s.) Eigentümer des gegenständlichen Areals sind, wurden die Tätigkeiten auf dem Grundstück sukzessive zurückgefahren.

Auf dem Areal befanden sich zwei Stellen mit einer massiven Kontaminierung des Erdreiches durch organische Stoffe mit einer karzinogenen Wirkung. Es wurden insbesondere Verunreinigungen durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Kohlenwasserstoffe C10 – C40 festgestellt. Beide Stoffe stellten ein sehr hohes Risiko für die Umwelt dar. Der gegenständliche Bereich wird durch die zuständigen staatlichen Verwaltungsorgane kontrolliert, insbesondere durch das Ministerium für Umwelt der Tschechischen Republik. Das Gebiet liegt in einem sog. geschützten Bereich einer natürlichen Akkumulierung von Wasser, also einem Wasserschutzgebiet.

Da weder die Gesellschaft ČD, a.s. noch deren Rechtsvorgänger Urheber der angeführten Verunreinigung waren, konnte in 2009 ein Antrag auf Förderung des Projektes aus Mitteln der Europäischen Union gestellt werden, konkret aus dem operationellen Programm Umwelt im Rahmen einer Förderung der Gemeinschaft für die Bereiche Wasser, Luft und Natur. Im Oktober 2011 wurde durch eine öffentliche Ausschreibung die Gesellschaft Sdružení Brodek 2011 als Auftragnehmer im Rahmen der Sanierung ausgewählt. Im September 2012 erhielt die ČD, a.s. vom Staatlichen Umweltfonds der Tschechischen Republik (SFŽP) einen Bescheid über die Zuerkennung einer Förderung für dieses Projekt. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die Sanierungsarbeiten in vollem Gange, die im Januar 2012 aufgenommen wurden.

Vor der Aufnahme der Sanierung in den betroffenen Zonen erfolgten Abrisse von baulichen Objekten, die auf den verunreinigten Stellen aufstanden. Zur Beseitigung der eigentlichen Kontaminierung wurde als die geeignetste Methode eine sukzessive selektive Abtragung verunreinigten Erdreiches der betroffenen Zonen bis zu einer Tiefe von 5 m oder bis zum Grundwasserspiegel gewählt. Erdreich mit Konzentrationen unter den festgelegten Grenzwerten wurde vor Ort gelagert und nachfolgend zu einer Wiederaufschüttung verwendet. Erdreich mit Konzentrationen über den Sanierungsgrenzwerten wurde abgetragen und auf eine Deponie verbracht.

Im Verlauf der Abtragung erwies sich, dass der Umfang des kontaminierten Erdreichs höher ist, als im ursprünglichen Projekt erwartet. Nach Verhandlungen mit dem Auftragnehmer wurde eine technische Lösung zur Umsetzung des Projektes bei Wahrung des ursprünglichen Finanzrahmens vereinbart. Die einzige Möglichkeit zur Erreichung des Ziels des Projektes bestand in der Ergänzung der bisherigen Art und Weise der Beseitigung kontaminierten Erdreichs auf einer entsprechenden Deponie um eine Anwendung der Methode der sog. Attenuation ex situ.

Unter den Begriff einer Attenuation fallen sämtliche natürlich in der Umwelt auftretende Prozesse, die zu einer Minderung der Konzentration, der Menge, der Toxizität oder der Mobilität der Schadstoffe (Kontaminanten) führen.

Das Prinzip der gegenständlichen Methode einer Enhanced Attenuation besteht in der Förderung natürlicher Degradierungsprozesse und in deren Intensivierung. Im Grunde handelt es sich um eine Beschleunigung natürlicher Abbauprozesse durch eine Optimierung der Umweltbedingungen autochthoner Bakterienstämme, die organische Schadstoffe als Kohlenstoff- und Energiequelle für ihr Wachstum und ihre Vermehrung nutzen. Finales Produkt ihrer Tätigkeit (einer biologischen Oxidierung organischer Schadstoffe) sind CO2, H2O und bakterielle Biomasse. Die Anwendung einer biologischen Methode gründet auf der Gewährleistung einer hinreichenden mikrobiellen Besiedlung des zu sanierenden Materials und einer Optimierung der Bedingungen für eine Erreichung einer größtmöglichen biologischen Abbaubarkeit. Neben natürlichen Abbauprozessen kommen hierbei auch chemische und physische Abbauprozesse zur Anwendung (Oxidierung, UV-Strahlung etc.).

Die natürliche Fähigkeit der Bakterien zum Abbau von Schadstoffen in der Umwelt in ungefährliche Stoffe war Gegenstand von Laboruntersuchungen seit Anfang der 60er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Als Sanierungstechnologie begann sich ein biologischer Abbau von Schadstoffen in kontaminiertem Erdreich oder Grundwasser ab Anfang der 80er Jahre in den USA und nachfolgend in Westeuropa durchzusetzen.

Gemäß der genehmigten sog. Methodischen Änderung Nr. 4 aller beteiligten Stellen wurde die Sanierung des gegenständlichen Geländes erfolgreich abgeschlossen und das Werk im Dezember 2013 übergeben.

Projektkosten insgesamt: 66 396 381 CZK ohne USt.
Förderfähige Kosten insgesamt: 63 893 757,00 CZK
Gewährte Förderung aus EU-Mitteln: 85% der förderfähigen Kosten
Gewährte Förderung aus dem Staatshaushalt der Tschechischen Republik: 5% der förderfähigen Kosten
Förderung insgesamt: 57 504 381 CZK

Kontaktperson:
Mgr. Simona Keller Nováková
KMP- 1. Abteilung Fördermittel
kellernovakova@gr.cd.cz

Brodek u Přerova

Dieses Projekt wird aus dem Kohäsionsfonds gefördert.

Top

Wegweiser der ČD

Personenverkehr, Informationen für Reisende, www.cd.cz

Verkehr, Informationen für Partner, www.cdcargo.cz

Vermittlungskraft
+420 221 111 122
Online-Formular
Senden Sie uns Fragen oder Anregungen per E-Mail.