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ETCS

Die Züge der ČD erhalten das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS, die ČD beantragte Fördermittel aus den EU-Fonds

Bis zu 663 Schienenfahrzeuge statten die Tschechischen Bahnen (ČD) mit dem mobilen Zugbeeinflussungs- bzw. Zugsicherungssystem ETCS Level 2 aus. Die Kommunikation zwischen streckenseitigen und zugseitigen Elementen führt zu einer weiteren Erhöhung der Sicherheit auf den tschechischen Bahnstrecken. Das Bahnunternehmen beantragte eine Förderung von bis zu 85 % aus den Fonds der Europäischen Union im Rahmen des Programms CEF (Connecting Europe Facility).

Seit dem 1.1.2014 können Mitgliedstaaten der Europäischen Union finanzielle Mittel aus der sog. Connecting Europe Facility (nachfolgend CEF) für Verkehrs- und Infrastrukturprojekte in Anspruch nehmen. Dieses Instrument wurde für den Finanzierungszeitraum 2014-2020 geschaffen und für den Verkehrsbereich werden für alle Mitgliedstaaten 24 050 582 000 EUR bereitgestellt; hiervon stammen 11 305 500 000 EUR aus dem Kohäsionsfonds, die nur an Mitgliedstaaten ausgeschüttet werden sollen, die Mittel aus dem Kohäsionsfonds in Anspruch nehmen können. Das Programm hat sich der Entwicklung transeuropäischer Verkehrs-, Telekommunikations- und Energienetze verschrieben. Das Programm CEF – Verkehr wird durch die Innovation & Networks Executive Agency (INEA) mit Sitz in Brüssel verwaltet.

Die Gesellschaft České dráhy, a.s. beabsichtigt mittels dieses Instrumentes eine Umsetzung des Projektes „Einführung von Bordkomponenten des Systems ERTMS/ETCS zur Erfüllung der Grundnorm 3 in Fahrzeugen der Gesellschaft České drahy, a.s. auf CNC-Korridoren“. Zu diesem Zweck wurde ein Förderantrag erstellt und abgegeben – der geplante Wert des Auftrages beträgt 246 892 528 EUR. Der Antragsteller sollte eine Subvention von bis zu 85 % der förderfähigen Kosten erhalten. Die restlichen 15 % bilden Eigenmittel des Antragstellers. Ob das Projekt die Kriterien erfüllt und durch die Innovation & Networks Executive Agency (INEA) für eine Finanzierung aus Mitteln der europäischen Union ausgewählt wurde, wird der Antragsteller im Herbst 2016 erfahren. Bis dahin werden die eingegangenen Anträge geprüft.

Die bisher in den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) verwendeten Zugbeeinflussungssysteme sind in Teilen bereits technisch veraltet. Ihr größtes Minus jedoch besteht in ihrer Unterschiedlichkeit und mangelnden Kompatibilität mit den Systemen der übrigen Mitgliedstaaten, was transnationale Bahnverbindungen deutlich erschwert.

Diese Unterschiede führten zu der Idee, im Rahmen der EU ein neues, einheitliches, deutlich moderneres und sichereres System zur Zugbeeinflussung einzuführen. 1995 definierte die Europäische Kommission eine globale Strategie zur Entwicklung eines einheitlichen europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems (ERTMS - European Rail Traffic Management System). Ziel war die Vorbereitung auf die anstehende Implementierung im europäischen Schienennetz. Die gegenständliche Strategie fand ihren Niederschlag in der Richtlinie über die Interoperabilität des Eisenbahnsystems in der Gemeinschaft und nachfolgend in den Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität des Teilsystems „Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung“ und für das konventionelle europäische Eisenbahnsystem.

Das System ERTMS setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen: der erste besteht in der Gewährleistung der Kommunikation und der zweite in der Sicherstellung von Sicherheit und Management des Verkehrs. Das System ETCS (European Train Control System) ist ein europäisches Zugbeeinflussungssystem, das es ermöglicht, dem Lokführer Informationen über eine Fahrberechtigung und über die zulässige Geschwindigkeit zu geben, und das den Lokführer zugleich auf die Einhaltung dieser Weisungen kontrolliert. Mittels des Systems ETCS übergibt der streckenseitige Teil dem zugseitigen Teil des Systems Informationen, die fortlaufend erneuert werden. Dabei wird die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit des jeweiligen Zuges überwacht.

Seit dem Jahr 2005 werden in der Tschechischen Republik in Einklang mit dem sog. Nationalen Implementierungsplan zum ERTMS durch das staatliche Unternehmen der Eisenbahnverkehrswegeverwaltung (SŽDC) die streckenseitigen Komponenten des Systems ERTMS eingeführt, und zwar das bereits erwähnte ECTS und das GSM-R (Global System for Mobile Communications – Railway) Level 2. Laut dem gegenständlichen Implementierungsplan werden bis Ende 2020 alle wichtigen Eisenbahnkorridore im Rahmen des TEN-T (Trans-European Transport Networks) in der Tschechischen Republik mit den streckenseitigen Elementen des Systems ERTMS ausgestattet werden.

Im Rahmen der Umsetzung des Projektes werden mit ERTMS-Elementen, konkret mit dem System ETCS, insgesamt 663 Fahrzeuge der Gesellschaft ČD, a.s. ausgestattet, die auf den TEN-T-Korridoren in der Tschechischen Republik fahren. Diese Schienenfahrzeuge werden hierdurch voll interoperabel und werden sich für eine reibungslose internationale Kooperation auf den TEN-T-Korridoren bzw. CNC (Core Network Corridors) oder im globalen Netz in anderen europäischen Ländern wie Deutschland, Österreich, Polen, Slowakei oder Ungarn eignen.

Geplante Gesamtkosten der ČD, a.s. für das Projekt: 246 892 528 EUR
Höhe der gewährten Förderung: 85% der förderfähigen Kosten
Erwartete Gesamthöhe der Förderung: 209 858 649 EUR
Eigenmittel des Antragstellers: 37 033 879 EUR

Kontaktperson:
Mgr. Simona Keller Nováková
KMP- 1. Abteilung Fördermittel
kellernovakova@gr.cd.cz

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